Dolmetschen

Ich habe nicht wirklich eine Ausrede dafür, dass ich hier so lange nichts gepostet habe. Aber wenn man mich zwingen würde, eine Ausrede vorzubringen, dann wäre es, dass ich die letzten 9 Woche für eine Theaterproduktion gedolmetscht habe. Ich habe 9 Wochen lang den ganzen Tag geredet, aber eigentlich nichts gesagt. Ich habe über die Sätze, die ich von mir gab nicht nachgedacht und ich habe die Menschen, denen die Sätze galten, nicht angeschaut, denn ich war es ja nicht, der mit ihnen sprach. Am Anfang fand ich den Job sehr leicht. Hirn ausschalten, Filter sein. Aber da war mir noch nicht klar, wie sehr ich über Zeit alles aufsaugen würde, jede Verständigung, jedes Missverständnis, jeden Streit, bis ich davon träumen würde, jede Nacht, von den Sätzen die in mir klebten wie in einer verkalkten Kaffeemaschine. „Was machst du eigentlich mit deinen eigenen Gedanken?“ fragte mich eine Schauspielerin, und ich konnte es ihr nicht sagen. Ich wurde die Sätze so lange nicht los, bis mich eine rettende Krankheit ereilte. Im Fieber schwitzte ich alles aus, der Sprachmüll verließ mich durch die Poren. Meine Nächte waren wieder traumlos.

Naja, und zum schreiben war ich halt einfach zu faul.

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Eine Antwort zu Dolmetschen

  1. Bensch schreibt:

    Du kannsch doch net am laufende Band kronk were Bu, musch mol mehr Saft tringe.

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