Zeit Druck Schreiben

3:19 Die letzten sieben Minuten des Tages. Nicht wirklich die totale Erschöpfung. Aber doch so etwas in der Art.

3:20 Warum man auch jetzt (nach dem Schreiben) noch schreiben muss? Ich weiß es nicht. Schreiben, um sich abzureagieren? Um runterzukommen? Klingt unrealistisch. Gekünstelt, erzwungen.

3:21 Schreiben ist Notwehr gegen das Vorgefundene (Uwe Timm). So oder so ähnlich steht es da. Zum Nachschlagen keine Zeit. Nur die Schreibbewegung. Tippen im Dunkeln. Im Ohr eben noch Talisman. Ein Wahnsinnssong, wenn du schreiben musst. Wenn die Zeit drängt.

3:22 Wenn die Zeit rennt. Gegen die Möglichkeit, irgendetwas Sinnvolles zu sagen. Etwas von Belang. Belaaaaaang, lang gezogen. Etwas, was sich sehen lassen kann, ohne gleich wieder ausgestrichen werden zu wollen. Es ist unendlich schwierig etwas zu schreiben, was Gültigkeit hat.

3:23 Gültigkeit ≠ Dauer. Vielmehr das ist gültig, was im Moment gerade einschlägt. Es geht gar nicht um Richtigkeit, Angemessenheit undsoweiter. Nur um die Frage, was einschlägt, was einschlägig ist. Automatisches Schreiben zum Beispiel schlägt heute

3:24 nur noch selten an. Selten bis fast nie. Aber was wären die geglaubten Wahrheiten ohne ihre sich in die Dunkelheit zwängenden Ausnahmen.

3:25 Die letzte Minute der sieben letzten Minuten des Tages. Irgendwann muss ich etwas über Müdigkeit schreiben. Existenzielle, absolute Müdigkeit, die aber weder die Müdigkeit am Morgen, die Gliedmaßenträgheit, noch Lebensmüdigkeit, auf Ewigkeit gestellte Melancholie, ist. Einfach nur Erschöpfung. So wie am Ende von Ubik.

3:26 Gute Nacht.

Über Samir Sellami

istinalog.net
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Eine Antwort zu Zeit Druck Schreiben

  1. bernd gleisinger schreibt:

    „3:20 Warum man auch jetzt (nach dem Schreiben) noch schreiben muss?“
    Klingt für mich so, als hätte sich da jemand vorgenommen, der Bloghygiene wegen noch was zu schreiben – irgendwas. Was auch immer. Leider völlig irrelevant – und damit der erste Blogeintrag auf istina, über den ich mich wirklich ärgern muss, gerade weil er den gefühlten Abstand zu den unzähligen anderen deutschsprachigen Hipsterkulturblogs, die durch schwafelige „Oh Boy“-Tiraden der krampfintelektuellen Autoren teils unterirdisches Niveau erreichen, dramatisch verkürzt. Daher „imho“ ein kleines Warnschild mit dem Aufdruck: „Achtung, hier geht’s in Richtung Sumpf.“

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