Aus der Selbstparodieabteilung für geschlechtergerechte Sprache

An der Humboldt-Universität zu Berlin ist Anfang des Jahres ein „Leitfaden für ‚Geschlechtergerechte Sprache'“ erschienen. Darin enthalten sind unter anderem folgende Nuggets (nichts davon haben wir erfunden!):

„Wie kann ich es vermeiden, durch interaktive Aufforderungen konkrete → ableistische Einschränkungen in Zugängen zur Universität auf direkter und übertragender Ebene wieder aufzurufen? Welche Personen stelle ich mir in meinem Seminar vor, wenn ich sie bitte etwas laut vorzulesen (und nehme keine Einschränkungen in visuellen Möglichkeiten wahr) oder etwas Schriftliches zu formulieren (und denke nicht darüber nach, dass Personn auch unterschiedliche Einschränkungen in Bezug auf die Verwendung von Schriftsprache haben können)?“

Frauisierung, frauisiert, Frauisierte: Die Be_Nennung frauisiert ersetzt die konventionalisiert Be_Nennung ‚Frau‘. Durch die Begrifflichkeit frauisiert wird der diskursive prozessuale Herstellungscharakter dieser sozialen Positionierung deutlicher.“

a-Form
Diese Form greift ebenfalls die Idee von einer herausfordernden, stärkeren → Frauisierung von Sprache in stark männlich geprägten Kontexten auf:
– Bildung von Substantiven: Alle ‚-er‘-Endungen werden durch die Endung ‚-a‘ ersetzt bzw. im Plural durch ‚-as‘.
– Beispiele für Substantive: Kanzla, Kanzlas; Studienanfänga, Studienanfängas; Gutachta, Gutachtas“

„Es gibt keine allgemeingültige Anrede, wie z.B. ‚Liebes Publikum‘, oder Formen um ‚alle‘ gleichermaßen anzusprechen bzw. zu benennen (wie z.B. alle, Personen oder Menschen, vgl. Kapitel 3). Durch diese Versuche werden → strukturelle Ausschlüsse und soziale Ungleichheiten → ent_erwähnt.“

„Die Anrede‚ ’sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Frau Vizepräsidentin Meia, liebe Vizepräsidenten Mandelzweig und Ahmed‘ stellt dix einx Vizepräsidx als weiblich her, die anderen implizit als männlich, und macht durch diese exklusive weibliche Genderung dies relevant in einem Kontext, in dem es es vielleicht nicht ist. Hier wären x-Formen in der Ansprache also zu bevorzugen.“

Wahnsinn. Und diese Leute fragen sich, warum sie nicht ernst genommen werden.

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