Nina Simone, beschwerendes Glück

Ich könnte einen ganzen Blogeintrag nur über diesen einen Youtube-Clip schreiben, und vielleicht tue ich das auch. Die Roboterstimme, mit der sie das Lied beginnt, ihr herausragendes Talent und ihr unermessliches Gefühl, und wie sie uns ihr Talent immer wieder im Dienste des Gefühls verweigert, wie sie das Publikum immer wieder vergeblich zum Mitsingen auffordert, wie das Publikum schließlich doch zaghaft mitsingt und sie flüstert „Feed me, feed me“, und es klingt wie der schmerzhafteste Abschiedssex, ihr brillantes Klavierspiel, ihr Können, ihr Stolz, ihre Arroganz, ihre Verletzlichkeit, ihre Einsamkeit, ihre Scham, ihr Humor, das kokette Spiel mit den Erwartungen der Zuhörer, die schneidend trockene Selbstironie einer Frau, die ihren eigenen Wahnsinn kennt, der ständige Wechsel zwischen Distanz und Einfühlung, der gar nicht anders kann, als einen direkt ins Herz zu treffen.

Nina Simone ist seit zehn Jahren tot. Man nannte sie die Hohepriesterin des Soul. Schaut den Rest bei Wikipedia nach.

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