Ist eine Theaterprobe ein politischer Raum?

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Die Nachrichten in der letzten Wochen sind so deprimierend, dass alles, was ich hier auf diesen Blog schreiben könnte, mir nicht nur albern, sondern fast taktlos vorkommt. Wie Kichern in der Schweigeminute, schlechte Witze auf einer fremden Beerdigung. Ich will trotzdem ein paar Dinge zu einer Sache schreiben, die mir länger im Kopf herumgeht.

Teil unserer Gegenwart im Westen ist eine Sehnsucht nach gesellschaftlicher und politischer Veränderung, die immer lauter artikuliert, aber nie wirklich gestillt wird. In diesen Zusammenhang entwerfen viele Theaterschaffende – und zwar unabhängig von ihrer Ästhetik und ihrer Arbeitsweise – das Theater, im besonderen die Theaterprobe, als Gegenraum zur herrschenden Gesellschaftsordung, als Labor, in dem die Gegenwart auseinandergenommen und neue Arten des Zusammenlebens ausprobiert werden können. “Wie wollen wir leben?” ist die Frage die sich seit Jahren in unzähligen Paraphrasen durch die Programm- und Spielzeithefte windet. „Wir brauchen dringend neue Utopien“ ist ein weiterer Slogan, der die Theaterprobe zum Ursprungsort politischer Visonen veredeln soll. Weiterlesen

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Zitat 25

Capitalism is still accelerating, even though it has already realized novelties beyond any previous human imagining. After all, what is human imagination? It is a relatively paltry thing, merely a sub-product of the neural activity of a species of terrestrial primate. Capitalism, in contrast, has no external limit, it has consumed life and biological intelligence to create a new life and a new plane of intelligence, vast beyond human anticipation. The Transcendental Miserablist has an inalienable right to be bored, of course. Call this new? It’s still nothing but change.

What Transcendental Miserablism has no right to is the pretence of a positive thesis. The Marxist dream of dynamism without competition was merely a dream, an old monotheistic dream re-stated, the wolf lying down with the lamb. If such a dream counts as ‘imagination’, then imagination is no more than a defect of the species: the packaging of tawdry contradictions as utopian fantasies, to be turned against reality in the service of sterile negativity. ‘Post-capitalism’ has no real meaning except an end to the engine of change.

- Nick Land

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Zitat 24

Heidegger ist der Pantoffel- und Schlafhaubenphilosoph der Deutschen, nichts weiter. Heidegger kann ich nicht anders sehen, als auf der Hausbank seines Schwarzwaldhauses, neben sich seine Frau, die ihn zeitlebens total beherrscht und die ihm alle Strümpfe gestrickt und alle Hauben gehäkelt hat. Ich habe eine Reihe von Fotografien gesehen, die ich Ihnen einmal zeigen werde, auf diesen Fotografien steigt Heidegger aus seinem Bett, steigt Heidegger in sein Bett wieder hinein, schläft Heidegger, wacht er auf, zieht er seine Unterhose an, schlüpft er in seine Strümpfe, macht er einen Schluck Most, tritt er aus seinem Blockhaus hinaus und schaut auf den Horizont, nimmt er seine Haube vom Kopf, setzt er seine Haube auf, hält er seine Haube in den Händen, liest er, löffelt er Suppe, schneidet er sich ein Stück (selbstgebackenes) Brot ab, schlägt er ein (selbstgeschriebenes) Buch auf, macht er ein (selbstgeschriebenes) Buch zu, bückt er sich, streckt er sich, und so weiter.

Es ist zum Kotzen.

- Thomas Bernhard in “Alte Meister”

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Es gibt noch Hoffnung in der Welt

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In Zürich wird ein falschparkendes Polizeiauto abgeschleppt.

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Unterscheidungen 17

Entscheidungen, die durch Styles artikuliert werden ≠ Styles, die Entscheidungen ersetzen

 

(nach D. Diederichsen – Über Popmusik)

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Unterscheidungen 16

Sensibilität für etwas ≠ Idee von etwas

 

(nach S. Sontag – Notes on Camp)

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Worin betäubt ein großer Wille steht

Kahn liest Rilke.
(Danke, Clara!)

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